7.3.2022 – LG Stade: Kostenübernahme für neuen Kindersitz nach Verkehrsunfall

LG Stade 5.10.2021, Az. 4 O 161/20

Wird bei einem Verkehrsunfall ein gebrauchter Kindersitz beschädigt, und muss dieser ausgetauscht werden, so hat der Schädiger die Kosten für die Neuanschaffung zu übernehmen.

Da der Geschädigte an dem Unfall grundsätzlich nicht verdienen darf, stellt sich die Frage, ob ein „Abzug Neu für Alt“ vorgenommen werden muss.
Grundsätzlich ist ein solcher Abzug gerechtfertigt.
Bei Kindersitzen wird dies nach h.M. allerdings abgelehnt. Denn ein „Neu-für-alt-Abzug“ würde dazu führen, dass der Geschädigte mit dem reduzierten Schadenbetrag nur einen gebrauchten Kindersitz kaufen könnte. Das ist aber wegen des Risikos verborgener Schäden unzumutbar, so dass in diesem Fall ein Abzug abzulehnen ist, so das Landgericht Stade. Bzgl. der Höhe des Anspruchs ergänzt das Gericht in dem genannten Urteil, dass es nicht auf den Anschaffungspreis „von damals“ ankomme, sondern auf den Betrag, der aktuell für einen derartigen Kindersitz zu erstatten sei.